Chavez-Merkel
Home Nach oben Finanzkrise Die große Illusion Ernährungskrise Venezuela Chavez-Merkel Nahrungsmittelkrise II Nahrungsmittelkrise Hungerrevolte Heft292

 

Was Chávez wirklich über Merkel sagte

Deutsche Übersetzung:

Nun also, schaut euch an, was Lula ihnen gesagt hat, damit sie wenigstens das begreifen. Sie haben versucht dass Lula und ich, ich habe nie mit Lula gestritten und er auch nicht mit mir, aber sie haben versucht, uns aufeinander zu hetzen, so wie die Jungs: der ist besser als du, nein der ist besser… Nun ja, das ist wie bei den Jungs. Wir sind Jungs. Wir sehen sehr klar, wo wir stehen. Seht also, was Lula sagt:

Hamburg, Deutschland. Der Präsident Brasiliens, Luis Inacio Lula da Silva, sagt: ‚Der Sieg von Hugo Chávez,’ – das sagt Lula – Evo Morales in Bolivien und den anderen, zuletzt Fernando Lugo in Paraguay, bedeuten demokratischen Fortschritt. Es war überfällig, dass Präsidenten gewählt wurden, die tatsächlich aus dem Volk stammen’, sagte Lula in der englischen, Entschuldigung, in der deutschen Wochenzeitung Der Spiegel.

Und weiter sagt Lula das Folgende… Da wir gerade von Deutschland sprechen: die deutsche Kanzlerin, die der deutschen Rechten angehört, (trinkt einen Schluck Wasser) derselben Rechten die Hitler unterstützte und den Faschismus, sie ist heute die Kanzlerin von Deutschland, hat gesagt, weil sie zum Gipfel von Lima kommt, und die Europäer sagen, sie kommen um über Integration zu sprechen, aber schaut euch die Kanzlerin an, und deshalb spricht Lula solchen Klartext mit ihnen, und es ist nicht nur Lula, Correa reist in diesen Tagen auch durch Europa, ab morgen, hoffentlich versteht Europa, was hier passiert.

Aber da kommt die deutsche Kanzlerin und sagte gestern oder vorgestern, dass sich die Regierungen Lateinamerikas von Regierungen wie der von Hugo Chávez fernhalten sollten. Gehen Sie, Frau Kanzlerin. Da sie eine Dame ist, sage ich nichts weiter: Gehen Sie, mehr nicht. (Pause) Gehen Sie, Frau Kanzlerin… (unhörbarer Zwischenruf) Du kannst das komplettieren, aber nicht heute in Aló Presidente, bitte nicht. Gehen Sie, Frau Kanzlerin. Nun gut, ich weiß noch nicht ob ich nach Lima fahre. Wenn ich nach Lima fahre, dann wollen sie, dass ich den Mund halte. Wenn ich nach Lima fahre, gibt es dort vielleicht… Vielleicht sage ich etwas und sie wird wütend und vielleicht springt sie dann auf und ruft: ‚Warum hältst du nicht den Mund’. ‚Warum hältst du nicht den Mund, verdammt!’ (Lachen im Publikum)

Weil es auf diesem Boden Würde gibt! (Beifall) Wir werden nicht den Mund halten! Wir schweigen vor nichts und niemandem! Hier herrscht Würde!

Sie kommen also und sagen, um uns zu helfen. Aber wo ist denn der Plan, um den Armen zu helfen. Fragen wir doch den Präsidenten von Haiti, wie viele Versprechen ihm Europa und die Vereinigten Staaten gegeben haben. Und ihr werdet sehen, die einzigen, die ihr Versprechen halten, die bescheidenen Dinge, die wir tun können, sind Kuba und Venezuela, Brasilien, Argentinien. Dort sind die kubanischen Ärzte und Venezuela, das keine Ärzte hat, um sie dorthin zu schicken, muss Ressourcen schicken, um ein Haus zu bauen. Wir bauen einige kleine Märkte. Die Kinder von Haiti sterben vor Hunger und dort verbreiten sie Lügen, sie geben gar nichts. Aber die Vereinigten Staaten sagen: Nein, in Haiti haben wir ich weiß nicht wie viele Millionen. Aber diese Millionen geben die Beamten bei ihren Reisen aus, in Hotels. Sie kommen nach Puerto Principe in Luxus-Hotels, um dort guten Whiskey zu trinken, um zu solchen Orten zu gehen, um spazieren zu gehen und ein gutes Leben zu führen. Fast alles geben sie für die Reisen aus. Die Kubaner und die Venezolaner kommen in die Armenviertel, um dort mit dem Volk von Haiti zu leben, im Schmerz des Elends. Dort sterben, seht, ich habe hier die letzten schrecklichen Nachrichten, die Kinder Haitis essen Kekse aus Lehm, so wie hier die Kinder Kekse aus Lehm gegessen haben, und Kekse aus Hundefutter, hier, vor gerade einmal zehn Jahren! Aber dann ist diese Revolution gekommen und von hier werden wir niemals wieder gehen! (Beifall) Niemals wieder wird es das hier geben!

Nun also, zum Leidwesen unserer europäischen Freunde, dort aus der hohen Aristokratie, den Blaublütigen, Europe, Europe, sagt Lula, einfach wie er ist, als er nach Chávez gefragt wird, sagt er das Folgende, danke Lula,… Klar, die Freundschaft bringt ihn dazu, zu übertreiben. Du bist ein großer Präsident, Lula, und außerdem sind du und ich keine Präsidenten. Ich möchte dir, Lula, Compañero, mein Freund, sagen, was mir Fidel eines Tages am Telefon sagte. Er sagte mir, als wir von allem möglichen sprachen, und Fidel fragte mich: wo bist du jetzt, Chávez? Ich war gerade rausgegangen, um spazieren zu gehen. Da sagte er mir: aha, da läufst du rum, und um sich zu verabschieden sagte er, ich laufe hier auch gerade herum, und dann sagte er mir: es ist so, dass du und ich, Chávez, keine Präsidenten sind, sondern wir sind zwei Typen, die hier so rumlaufen, zwei Typen, die da rumlaufen. Lula, du bist auch ein Typ, der da rumläuft. Das mit dem Präsidenten ist ein Umstand, wir laufen da rum. Und sie fragen also Lula nach dem Typen, der hier rumläuft und er sagt: ‚Zweifellos’ – danke, Lula, es ist die Freundschaft, die ihn dazu bringt, so was zu sagen, und da er weiss, dass sie mich hier mit aller Macht weg kriegen wollen, deshalb sagt er: ‚Ohne Zweifel ist Chávez der beste Präsident Venezuelas in den letzten hundert Jahren.’ (Beifall) Das sagt Lula. Danke, Lula. Du bist der beste Präsident, den Brasilien seit dem König gehabt hat, denn wir wollen uns ja nicht mit den Königen anlegen, Vorsicht, Lula. Also seit Brasilien einen König gehabt hat. Wir legen uns nicht mit den Königen an, damit sich die Könige nicht mit dir anlegen. Also seit Brasilien einen König hatte ist der beste Präsident, den Brasilien je hatte, Lula da Silva. Und dann sagt er, schaut euch an, was Lula hier sagt: ‚Dennoch’ – und hier sagt er eine große Wahrheit – ‚dennoch hat er bei weitem nicht den Einfluss, der ihm nachgesagt wird.’ Das stimmt, sie wollen mir die Schuld an allem geben, was hier passiert, jetzt, in Lateinamerika, als wenn ich Zauberkräfte hätte, nein, nein, in keinster Weise, überhaupt nicht, und Lula sagt: ‚Europa’ – hier kommt Lula und gibt Europa einen Rat – ‚Europa braucht keine Angst vor den Linken in Lateinamerika zu haben.’ Denn Europa hat auch Angst, sie erschrecken sich, diese gläsernen, aristokratisierten Gesellschaften des guten Weins, des Beaujolais,– jetzt spreche ich schon Französisch, Deutsch, Französisch, was weiss ich, alle diese Sprachen, aber hier reden nur wir. Diese europäische Aristokratie erschreckt sich also, so wie sie sich vor der Französischen Revolution erschreckte und fürchtete wie vor zehntausend Schlangen und das revolutionäre Frankreich aus allen Richtungen überfielen und das französische Volk massakrierten. Und sie hielten die Revolution auf. Seht was mit Spanien und dem Bürgerkrieg passierte, die ganze europäische Aristokratie kam gegen Spanien. Seht, was mit dem Nazismus geschah, wie viel Leid hat die europäische Aristokratie nicht nur Europa zugefügt, sondern der ganzen Welt. Lula sagt ihnen also, sie brauchen keine Angst zu haben vor der Linken in Lateinamerika. Lula verglich die Linke in Lateinamerika mit den linken Bewegungen in Europa in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die im Bürgerkrieg massakriert wurden. ‚Wo Hunger herrscht’, sagt Lula, hört gut zu: ‚Wo Hunger herrscht, wo die Menschen von Bildung ausgeschlossen sind, treten die Politiker radikaler auf.’ Seht euch an, die ihr herkommt, was Lula sagt, schaut es euch an, hört zu und analysiert. ‚Dieser Kontinent’, sagt Lula, ‚war von Militärdiktaturen aufgewühlt. Noch vor 20 Jahren waren in vielen Ländern Guerrilleros aktiv. Heute sind wir uns alle – mit Ausnahme der FARC in Kolumbien – einig, dass Wahlen der einzige legitime Weg sind, an die Macht zu kommen.’ Einem Verständigen reichen wenige Worte. Uribe ist allein mit seiner Absicht, dass wir hier in Südamerika die FARC des Terrorismus beschuldigen. Nein, und hier sagt es Lula, es gab Guerrillas hier in Venezuela, in Brasilien, Argentinien, Bewegungen wie die Tupamaros, die Montoneros, die Guerrilla hier in Falcón, auch hier in Zulia gab es Guerrilla, in Barinas gab es Guerrilla, ich habe als Kind Guerrilleros gesehen. Der Arzt meines Dorfes, der einzige Arzt, den es in diesen Dörfern gab, ging in die Guerrilla. Und ich kannte den Doktor Escobar, den sie eines Morgens mitnahmen. Mein Vater war Gefangener, weil er mit einigen Guerrilleros befreundet war, dort in Marqueseña in der Operationsbasis, dort, wo heute das Sozialistische Produktionszentrum Florentino ist. Ich habe einige gefangene Guerrilleros gesehen, als ich Offizier war, ich habe gesehen, wie sie gefoltert wurden und habe mich eines Tages dagegen aufgelehnt. Ich sagte, ihr könnt sie im Kampf töten, wenn sie ein Gewehr haben, aber jetzt sind das nur Leute, die beschuldigt wurden, Guerrilleros zu sein. Sie haben mir nicht gesagt, ob sie Guerrilleros waren. Hier gab es Guerrilla, aber Lula sagt es: Wir alle, die Linke heute, sind einverstanden damit, dass die Wahlen der Weg sind. Einschließlich Fidel und Raúl, die in einer anderen Epoche Guerrillas in Lateinamerika von Kuba aus unterstützt haben. Heute nicht. Ich auch nicht, ich bin nicht einverstanden. Wenn es etwas gibt, was ich gerne Marulanda sagen würde, mich mit ihm hinsetzen und über Politik zu sprechen: Komm mir nicht damit, Gewehre zu schicken, nein, nein, nein, wir werden über Politik sprechen. Marulanda, wir werden analysieren, Iván Márquez, das habe ich Iván Márquez bereits gesagt, als wir mehrere Tage in Miraflores zusammengekommen waren, und ich sagte ihm: Hältst du es nicht für besser, die Waffen niederzulegen, seht ihr nicht, dass sich die Landschaft Lateinamerikas verändert? Das ist eine der wenigen Guerrillabewegungen, die auf der Welt noch existieren, eine der ältesten der Welt. Sie sind keine Terroristen, sie sind Guerrilla, sie haben ein politisches Projekt. Denkt darüber nach. Natürlich treffen sie die Entscheidung, das ist ihre Sache. Außerdem, wie mir Iván Márquez sagte: Wie man zum Tanzen, wie es in dem Lied heisst (singt), zuletzt braucht man zum Küssen einen Mund und noch einen Mund. Genauso, um den Krieg zu beenden, braucht es zwei Seiten. Und Uribe will keinen Frieden. Er will ihn nicht. Jede Anstrengung für Frieden, die mehr oder weniger vorankommt, bricht er ab, sabotiert er, denn die Vereinigten Staaten wollen keinen Frieden, sie wollen Krieg in der Welt, um durch den Krieg die Welt beherrscht zu halten, durch Destabilisierung von Ländern, das ist das eigentliche Problem. Nun gut, Lula, danke Compañero.

Übersetzung: André Scheer

25.05.08 15:13